Apfel-Zimt Muffins

muffin-104032515 Jahre! Wie die Zeit doch vergeht. Die Liebe Zora feiert mit ihrem Blog Kochtopf.me Blogbirthday. Alles Liebe zum Blog-Geburtstag liebe Zora und auf viele weitere spannende Jahre! Zu diesem Anlass sucht sie “Gebäck zum Afternoon Tea” in Kooperation mit Kennwood.

Gut einen Monat nach meinem Geburtstag wurde wieder gebacken. Mein Gepäck ist inzwischen meistens vegan und ohne weissen Zucker. Süssen tue ich gerne mit Datteln oder Ahornsirup. So kommt das Gebäck minimal gesünder daher 🙂

Für Zora gibt es Apfel-Zimt Muffins, welche mit Datteln und Äpfeln gesüsst sind. Sie schmecken super lecker und sind sogar noch glutenfrei. Keine Sorge, die Chiasamen stören nicht und sind ein toller Ei Ersatz.

Zuerst den Ofen auf 200°C vorheizen und 12 Muffinförmchen gut fetten bzw. mit Papierförmchen auskleiden.

100 g Mandelmehl
100 g Haferflocken (glutenfrei)
75 g Buchweizenmehl
2 EL Pfeilwurzelstärke oder Kartoffelmehl
1,5 TL Backpulver
0,5 TL Natron
1 TL Zimt
1 TL Kardamon
0,5 TL Ingwer
0,5 TL Salz

Alle Zutaten in einen Mixer geben und zerkleinern. Danach alles in eine Rührschüssel geben.

Nun kommen folgende Zutaten in den Mixer:
10 softe Datteln
160 ml Joghurt (Sojajoghurt oder normalen Joghurt)
80 ml Olivenöl
3 EL Chiasamen mit 9 EL Wasser vermengt (oder 3 Eier – L)
80 ml Apfelmus ohne Zucker

Alles gut durchmixen und zu den trockenen Zutaten in die Schüssel geben. Nun einen grossen Apfel reiben und ebenso zu dem Teig geben. Alles gut vermengen.

Die Muffinförmchen zur Hälfte füllen, eine Mulde machen und in diese einen TL Apfelmus geben. Mit dem restlichen Teig bedecken. Einen Apfel in ganz feine Scheiben schneiden und die Muffins damit dekorieren.

Die Muffins für 18-20 Minuten backen. Rausnehmen, für 5 Minuten in der Form abkühlen lassen und dann aus der Form lösen. Fertig auskühlen lassen.

Blog-Event CLVI - Gebäck zum Afternoon Tea zum 15. Blog-Geburtstag (Einsendeschluss 15. September 2019)

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synchronbacken#35: Aachener Poschweck

IMG_20190407_175431[1224]Was macht man nicht alles, wenn man nicht in Freiburg beim Halbmarathon starten kann. Genau, man bäckt, genauer gesagt, man synchronbäckt.

Zora und Sandra haben auch diese Mal super organisiert, auch wenn das Rezept so seine Tücken hatte, aber Ende gut, alles gut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wurde von meinen Kollegen inhaliert 😉

Für 3 Poschwecken
Vorteig
210 g Mehl Typ 550
3 g Hefe
145 g Wasser
4 g Salz

Alle Zutaten gut vermengen, in eine Schüssel geben, abdecken und dann für 24-48 Std. in den Kühlschrank

125 g Sultaninen mit dem Saft von einer Orange übergiessen, abdecken und auch für 24-48 Stunden in den Kühlschrank. Vor der Weiterverarbeitung ca 1 Stunden in einem Sieb abtropfen lassen.

Hauptteig
Vorteig
marinierte und abgetropfte Sultaninen
290 g Mehl Typ 550
100-150 g Milch (eher weniger reinmachen, da es in den Sultaninen noch genügend Flüssigkeit hat)
30 g Rohrzucker
8 g Hefe
5 g Salz
Mark einer halben Vanilleschote
abgeriebene Schale einer Orange
150 g Butter, gewürfelt und sehr kalt
125 g Mandeln, gehackt
125 g Kandiszucker (es geht auch Würfelzucker)

Alle Zutaten bis auf Butter, Mandeln, Sultaninen und Kandiszucker zuerst für 5 Minuten auf niedrigster Stufe und dann 7-8 Minuten auf nächster höherer Stufe kneten lassen. Es soll ein schön elastischer Teig entstehen.

Die Butterwürfel zugeben und während 2-3 Minuten einarbeiten. Evtl. dauert dies etwas länger, da die Butter sehr kalt ist.

Nun bei niedriger Stufe zuerst Mandel und Sultaninen und dann den Kandiszucker einarbeiten lassen. Falls ihr Würfelzucker verwendet, diesen von Hand einarbeiten.

Den Teig abdecken und für 60 Minuten ruhen lassen.

Den Teig danach in 3 gleichgrosse Stücke teilen und oval formen. Mit einem Backtuch abdecken und für 1,5 Stunden gehen lassen. Nach ca 1 Stunden den Backofen auf 180°C vorheizen.

Den Teig mit einem verquirlten Ei bestreichen, dreimal einschneiden und dann ab damit in den Ofen für 30-35 Minuten.

Auf einem Rost abkühlen lassen und geniessen.

Inspiration: Plötzblog – Aachener Poschweck

hier sind die Rezepte der Mitbäckerinnen:
zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf
Birgit von Birgit D – Kreativität in Küche, Haus & Garten
Véronique von Typisch Französisch!
Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum
Sonja von Cookie und Co
Caroline von Linal’s Backhimmel
Petra von gf Natürlich
Tina von Küchenmomente
Simone von zimtkringel
Petra von Obers trifft Sahne
Conny von Mein wunderbares Chaos
Birgit M. von Backen mit Leidenschaft
Tamara von Cakes, Cookies and more
Volker von Volkermampft
Sonja von Soni – cookingwithlove

Salat to go – wir retten was zu retten ist

wir_retten_was_zu_retten_istMorgens um kurz nach 6 am Bahnhof. Die Leute stürmen in die Geschäfte und kaufen sich alles was es so “to go” gibt. Also Sandwiches, Salate, Fertiggerichte für die Mikrowelle usw.. Wenn ihr mal etwas Zeit beim Umsteigen habt, gönnt euch diesen Anblick. Ich habe mal geschaut, was da so alles in diesen tollen “to go” Gerichten ist. Gesund ist sicherlich anders, aber es geht schnell. Einfach kaufen, bei der Arbeit auspacken, evtl. schnell in die Mikrowelle stellen und schon ist es fertig. Der moderne Mensch hat wohl keine Zeit mehr.

Ich selber gönne mir einen Teil vom Sonntag für das Vorbereiten von meinen Salaten oder Mittagessen, welche ich in die Arbeit mitnehme. So habe ich immer etwas dabei, was mir gut tut. Ehrlich gesagt, viel Zeit brauche ich nicht dafür, einfach nur ein paar gute Ideen, die ich in allen möglichen Kochbücher finde. Für den Transport habe ich eine kleine Kühltasche und einen Kühlakku. So bleibt alles auch in überhitzen Zügen schön kühl.

So sind wir bei dem Thema der derzeitigen Rettungsaktion, Essen zum Mitnehmen. Von mir gibt es zwei Arten von Geflügelsalat für eine Person. Zeit zum Vorbereiten: so ca 25 Minuten.

Geflügelsalat mit Rucola und Johannisbeeren
200 g Hähnchenfilet
2 Handvoll Rucola (ca 40 g)
100 Johannisbeeren

Dressing
1/4 TL Senf
1/2 TL Honig
1/2 TL Apfelessig
1,5 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Das Hähnchenfilet für gut 15 Minuten in leicht kochender Geflügelbrühe garen. Das Fleisch aus dem Topf nehmen, die Brühe trinken und das Fleisch mit 2 Gabeln in mundgerechte Stücke zupfen. So a al pulled pork. In eine, für den Transport geeigneten, Schüssel geben und auskühlen lassen. Johannisbeeren und Rucola dazugeben.

Die Zutaten für das Dressing vermengen und in eine kleine Dose/Glas geben.

Vor dem Essen den Salat mit dem Dressing vermischen und geniessen.

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Geflügelsalat mit Avocado und Banane
200 g Hähnchenfilet
1/2 grosse oder 1 kleine Avocado
1 EL Apfelessig
Saft einer halben Limette
1 Banane
Koriander oder Petersilie

Das Hähnchenfilet wie oben beschrieben garen und in kleine Stücke zupfen. Wieder in eine Schüssel geben und auskühlen lassen. Die Avocado halbieren, den Kern entfernen und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herauslösen. Sofort mit dem Limettensaft und dem Essig vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Unter das Hähnchenfleisch vermischen und durchziehen lassen.

Den Koriander bzw. die Petersilie fein schneiden und auf den Salat geben. Bis zum Essen kalt stellen.

Kurz vor dem Genuss die Banane schälen und in Scheiben schneiden. Unter den Salat geben und geniessen.

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(die Nudeln in dem Bild sind in einer Suppe gelandet)

Hier sind die Beiträge der Mitretter

Anna Antonia – Quiche mit Reh und Meerrettich
auchwas – Tartelettes mit Kaki und Blauschimmelkäse
Brigittas Kulinarium – Chioggia-Rübensalat mit Feta to go
Brittas Kochbuch – Chicken Teriyaki Sub
Brotwein – Club Sandwich Varianten – Huhn, vegetarisch, Avocado, Thunfisch
Cakes Cookies an more – Focaccia mit Frischkäse und Rohschinken
CorumBlog 2.0 – Sonnengelber Reissalat zum Mitnehmen
Das Mädel vom Land – Jausenhasen
evchenkocht – Bulgur-Salat mit Hackbällchen
Fliederbaum – Veganes Essen zum Mitnehmen aus Mandelmilchproduktion
genial-lecker – Asiatischen Steckrübensuppe
Katha kocht! – Karotten-Selleriesalat mit Rosinen
Kleines Kuliversum – Wintersalat mit Honig-Senf Dressing aus dem Glas
Madam Rote Rübe – Schoko-Chiapudding mit Cashew-Mandelcreme und Birne – Leckeres zum Mitnehmen
Pane-Bistecca – Chaeschuechli
Unser Meating – Eier-Geflügelsalat to go
Turbohausfrau – Müsli to go

Kladdkaka

herbst-9475Bei Kochtopf.me richtet Tina von Küchenmomente ihr Blogevent mit dem Titel “typisch Schweden – Schlemmen wie die Schweden” aus. Mein erster Gedanke waren Zimtschnecken. Allerdings gibt es hier schon massig Rezepte davon. Also musste was anderes her. Wie es der Zufall will, sehe ich in einem neuem Backbuch das Rezept von Kladdkaka. Da ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gebacken habe, habe ich mal wieder den Ofen für dieses Event angeheizt.

für eine 18-20 cm Springform
125 g Butter
125 g Zartbitterschokolade 92-99%ige
50 ml Cold Brew Coffee oder Espresso
2 Eier (Grössse M)
Vanilleschote – Mark von einer halben
1 Prise Salz
40-50 g Erythrit oder richtigen Zucker

Den Ofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Springform mit Backpapier auslegen.

Butter und Schokolade in eine hitzefesten Schüssel geben und über einem Wasserbad schmelzen. Am Schluss den Kaffee oder Espresso dazugeben.

Die Eier mit Erythrit, Vanillemark und Salz schaumig schlagen bis eine weisse fluffige Masse entstanden ist. Die Schokoladenmasse langsam unterheben. Den Teig in die Springform geben und glatt streichen.

Ab damit in den Ofen und für 40 Minuten backen. Danach auf einem Rost abkühlen lassen, aus der Form lösen und lauwarm geniessen. Gerne mit Schlagsahne oder Coconut-Joghurt und Beeren.

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Ideales Soulfood an einem kalten Tag 😉

Inspiration: Low Carb Backen von Holla die Kochfee – Seite 20

Blog-Event CXLIX - Typisch Schweden (Einsendeschluss 15. Februar 2019)

der erste Halbmarathon

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Dieser Beitrag enthält sicherlich Werbung und/oder Verlinkungen. Das mache ich ganz freiwillig. Auch ohne Entgelt. 

Vor genau einem Jahr habe ich mich für die 10 km im Rahmen vom Freiburg Marathon angemeldet. Irgendwann war klar, dass ich auch mal mit dem Laufen beginnen sollte. Das tat ich dann Ende Januar diesen Jahres. Seitdem bin ich von einem leichten Laufvirus befallen.

Trotz eines Rückschlags (NotOP 3 Tage vor dem 10 km Lauf in Freiburg) habe ich nie ans Aufhören gedacht. Nach den 3 Wochen “Zwangspause” lief ich die Strecke von Steinen nach Lörrach im Rahmen vom “Wiesentäler Wasserlauf“. Gefolgt von den 5 km beim “Basler Frauenlauf“. Dann kam der erste Lauf über 10 km in Winterthur im Rahmen vom Marathon. Munter ging es weiter mit dem “Berner Frauenlauf“. Auch da wieder die 10 km. Als Startläuferin vom Team “SOLAUF” war ich beim “SOLA Basel” dabei. Irgendwann bin ich dann mal etwas übermüdet in Basel beim “wake up and run” gewesen.

Danach habe ich erst mal etwas langsamer gemacht. Mich mit Puls und Herzfrequenzzonen beschäftigt. Bei Polar kann man recht schön Trainingspläne auf seine Uhr laden. Das habe ich getan. Ziel war der “SwissCity Marathon” in Luzern. Okay, erst einmal nur der halbe. Den Sommer durch lief ich fast regelmässig nach Plan. Nebst 3 eher gemütlichen Läufen stand am Mittwoch immer ein Intervall auf dem Plan. Das lief echt super. Man merkt, dass man auch gemütlich langsam schneller wird.

Leider spielt das Leben nicht immer so mit, wie man es gerne hätte. Während meiner Ferien in Südfrankreich kam ein Anruf, dass ich nach Hause kommen sollte. Eine geliebte Person hat leider den Kampf gegen den Krebs verloren gehabt. Trotz des Schicksalsschlag bin ich weiter gelaufen. Das hat mir in dieser Zeit sehr geholfen.

Dann war er da, der 28.10.. Trotz nasskalter 3°C hatte ich einfach nur Lust auf diesen Lauf! Nach 3 Scheiben Hefezopf mit Butter und Honig ging es nicht zu warm angezogen zum Verkehrshaus. Dort war richtig was los. Ich liebe ja diese Stimmung vor so einem Lauf. Manche machen sich verrückt, andere sind in sich gekehrt. Ich bin eher in mich gekehrt, da alles andere eh nichts bringt.

Um 9:30 ging es nach 2 Boxenstopps los. Die ersten 5 km waren von der Strecke her sehr schön, aber mehr auch nicht. Es ging entlang der Luxushotel Meile zum KKL und dann bogen wir ab in Richtung Horwer Halbinsel. Nach den 5 km war ich warmgelaufen.

Nun kam die Zeit, wo ich den Lauf einfach nur noch genossen habe. Berg hoch, Berg runter usw. Wie herrlich! Jede Steigung ging es gemütlich hoch und dann etwas schneller runter. Obwohl?! Da stand ein Schild, dass man langsam runter laufen soll. Ich? Das dürfen die anderen, ich bin da munter runtergerast. Habe das ja jede Woche brav und artig daheim trainiert.

Kurz vor km 10 haben ein paar Leute eine Party gefeiert. Nebst Bier lief der Song “it’s the final Countdown”. Hallo?! Immerhin hat die Musik gut getan. Leicht beflügelt ging es am Vierwaldstätter See entlang nach Horw. Dann kam der Startbereich für die 10 km Läufer. Da war eine riesig Uhr, welche 11:03:00 angezeigt hat. Diese Anzeige hat mich dann für die nächsten Kilometer beschäftigt. Ich musste überlegen, was für eine Zeit mir da genau angezeigt wird. Die normale Uhrzeit kam mir natürlich nicht sofort in den Sinn. Entlang von Schrebergärten ging es zum Fussballstadion. Da durften wir dann auch durchlaufen. Auf einem riesigen Bildschirm habe ich mich dann auch entdeckt. Macht einen ja schon irgendwie stolz. Schick in schwarz – orange – blau gekleidet. Danach kam das Schild, dass jetzt 15 km hinter einem liegen. Yeah!

Das 15 km Schild war für mich auch das Signal für den Gelchip Joker. Gelchip ausgepackt, halbiert und ab damit in die Backen. Es grüsst das rennende Murmeltier auf Nahrungssuche. Nahrung habe ich keine gesucht, aber den berühmten “Mann mit dem Hammer”. Entlang der Bahngleise ging es zurück zum KKL. Die Strecke durch das KKL war der Hammer! Roter Teppich, Zuschauer ohne Ende, ausgestreckte Hände zum Abklatschen und ein cooles Lichtspiel. Irgendwie bin ich da nur durchgeflogen. Am Bahnhof ein kurzer Blick auf die Bahnhofsuhr. 11:50 Uhr. Haben wir wirklich erst 11:50? Sicher? Entlang der Reuss ging es durch die Altstadt und dann noch einmal an den Luxushotels vorbei zum Verkehrshaus. Da war dann nach 21.09 km das Ziel. Wieder mit rotem Teppich und ich mit einem extra breitem Grinsen im Gesicht. Finish! Yes, I did it! Nach 2 Stunden und 36 Minuten war ich nur noch überglücklich. Den “Mann mit dem Hammer” hatte ich nicht getroffen. Der war wohl irgendwo anders unterwegs.

Da man nach so einem Lauf noch gemütlich auslaufen soll, habe ich für UNICEF noch die Extramile gemacht. 500 m waren noch machbar, wenn auch eher langsam. Danach gab es erst mal etwas in den Bauch. Zuerst Bananen und dann das wohlverdiente Läuferbier.

Mein Fazit: immer wieder 🙂

Da ich nun Gefallen an längeren Läufen gefunden habe, will ich nächstes Jahr den HM in Freiburg und in Gelsenkirchen laufen. Daneben will ich mich auf das grosse Ziel “run the Skyline” in Frankfurt vorbereiten. Ja, da will ich mal die 42 km ausprobieren und hoffe, dass der “Mann mit dem Hammer” auch dann wieder anderweitig beschäftigt ist 🙂

Tausend Dank an alle, die mich immer unterstützt und beraten haben. Das sind unter anderem Christoph und Thomas von CitySport Lörrach und Quentin von der Sportmüller Laufgruppe.

 

wie immer, bitte

sunriseMan liegt auf dem Rücken, streckt Arme und Beine nach oben. Bär nennt sich diese Yoga Übung. Bären mochte ich immer sehr gerne, besonders die Gummibärchen aus der Tüte. Die machen Kindern und Erwachsene froh. Steht da jedenfalls.

Wie einige von euch wissen, habe ich letzte Jahr aufgehört “wie immer” zu sein. Stress und Frust wurden nicht mehr weggefressen, sondern anderweitig erledigt. Streikende Gummibärchen auf dem Bürotisch hörten der Vergangenheit an. Auch das Paradies aus der Tüte habe ich nicht mehr inhaliert. Es hat sich doch so einiges getan bei mir.

Inzwischen sind gut und gerne 40 kg weniger Hüftspeck vorhanden. Der ein oder andere Mann schaut mir mal hinterher oder hält mir die Tür auf. Man findet überall was zum Anziehen und traut sich sogar mal im Bikini ins Wasser. Ist irgendwie schön, aber es fühlt sich immer noch seltsam an. Zumal ich nicht nur 1-2 Jahre übergewichtig war. Allerdings werde ich mich vermutlich an dieses neue Lebensgefühl gewöhnen.

Viele Kollegen, Freunde fragen mich, wie ich das geschafft habe. Das war eigentlich ganz einfach, da ich es wollte. Ja, ich wollte abnehmen. Ich wollte kein Diabetes bekommen, keine Fettleber oder sonstige typische Begleiterscheinungen von  Übergewicht.

Nach nun gut 1,5 Jahren Experimentieren habe ich meinen Weg gefunden. Nach diversen Test mit Lebensmitteln, habe ich festgestellt, dass Milchprodukte mir eigentlich nicht gut tun. Von denen bekomme ich unreine Haut und habe recht schnell wieder ein paar Kilos mehr auf den Hüften. So ähnlich verhält es sich bei mir auch mit Getreide. Also habe ich beides sehr stark reduziert und nun geht es mir um Welten besser. Ernähren tue ich mich nach Paleo. Wenig Kohlenhydrate, gute Fette und gutes Eiweiss. Fertigprodukte sind auch tabu. Okay, die habe ich noch nie wirklich gemocht. Keine Sorge, hier und da gibt es auch mal ein Stück Kuchen mit Schlagsahne, aber halt nur noch hier und da.

Ende Januar habe ich das Laufen für mich entdeckt. Hätte nie gedacht, dass ich daran mal so viel Spass haben werde. Inzwischen kann man mir ein “Vorsicht giftig” Schild umhängen, wenn ich mal nicht laufen darf. Nach so einem chaotischen Tag at work tut ein Lauf unendlich gut. Da wird das Gehirn durchlüftet und man fühlt sich happy. Schöner Nebeneffekt: man lernt die Umgebung komplett neu kennen. Neben dem Laufen mache ich noch Yoga, was auch richtig gut tut.

Wie weiter? Am Sonntag laufe ich meinen ersten Halbmarathon in Luzern, 21 km und ein paar Meter. Inzwischen freue ich mich riesig auf den Lauf, die Zuschauer, die Atmosphäre, die Musik und natürlich den Zieleinlauf. Danach will ich noch ein paar Kilos für mein grosses Ziel abnehmen. Das Ziel heisst “run the Skyline” in Frankfurt. Da will ich mich an die 42 km wagen. Irgendwie bin ich mir sicher, dass es klappt.

“Wie immer” wird mein Leben nicht mehr sein und das ist auch gut so.

Mein Schweinehund und ich

“Hinfallen, aufstehen,
Krone richten,
weitergehen”

Eine kleine Geschichte am Anfang. Am 8.4. wollte ich in Freiburg den AOK Gesundheitslauf über 10 km gelaufen sein. Ich war perfekt darauf vorbereitet, bin am Ostermontag vor dem Frühstück zum ersten Mal die 10 km gelaufen. Dachte, was kann jetzt noch passieren. Freiburg kann kommen. Dachte ich. Dann am 5.4. platzte der Traum von Freiburg recht jäh. Ich hatte die Nacht seltsame Bauchschmerzen gehabt, konnte mich drehen und wenden und es wurde nicht besser. Dazu kam ein roter Ausschlag rund um den Bauchnabel. Eine allergische Reaktion, dachte ich. Der Hausarzt meinte, dass ich mich mal den Chirurgen im Unispital Basel anvertrauen sollte. Freiburg? Daran sollte ich lieber nicht mehr glauben, meinte er. Also ging es nach Basel in den Notfall vom Unispital. Dort wurde Blut entnommen, Ultraschall Bilder gemacht und noch vieles mehr. Ich hing irgendwann am Tropf und sollte so schnell nicht mehr davon loskommen. Gegen 17 Uhr stand dann fest, dass ich noch in der Nacht operiert werde. Nabelbruch. Freiburg ade. Gut ging es mir in dem Moment nicht wirklich. Ich wollte doch Laufen und nun darf ich nicht. War die Mühe der letzen Monate womöglich umsonst? Um 22 Uhr wurde ich dann in den OP gebracht. Mir wurde gesagt, dass ich mir beim Einatmen von dem Sauerstoff schöne Gedanken machen sollte. So bin ich wenigstens gedanklich jubelnd über eine Ziellinie gelaufen. An mehr kann ich mich nicht erinnern, nur, dass man mich kurz vor Mitternacht aus der Narkose geholt hat. An Schlaf war danach kaum zu denken. Zuerst eine Stunde im Aufwachraum, dann ging es zurück ins Zimmer. Da wurde regelmässig geschaut, ob alles okay ist. Um 5 Uhr kam der Chirurg, welcher mich operiert hat. Der Nabelbruch war nicht so übel, aber der Abszess direkt darunter hat ihn doch überrascht. Der wurde sauber gemacht und zugenäht. Zum Glück durfte ich nach dem Frühstück nach Hause. Am Sonntag stand ich dann auf etwas wackligen Beinen bei der Messe in Freiburg und habe mir wenigstens den Start angeschaut. An Laufen war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Nun ist das schon eine Weile her und es geht ganz langsam wieder aufwärts.

Die Frage, ob die Mühe umsonst war, haben mir Ärzte und ich mir selber beantwortet. Sie war es natürlich nicht. Ich hatte vor, während und nach den OP immer einen optimalen Puls und Blutdruck gehabt. Zudem bin ich mit den 77 kg nur noch leicht übergewichtig. Das war bei der OP sicherlich auch von Vorteil. Indirekt hat dieser ganze Vorfall auch dafür gesorgt, dass ich mich wieder motivieren konnte weiterzumachen. Laut dem Arzt, der mich entlassen hat, darf ich bald wieder mit dem Laufen beginnen. Die anderen Läufe sollten kein Problem sein.

Wie habe ich aber die ganze Zeit davor meinen Schweinehund in Zaun gehalten? Eigentlich ist das nicht schwer, der Schweinehund ist eigentlich auch gerne draussen und liebt Bewegung. Hier ein paar Tipps von mir:

  • Bezieht Freunde mit ein, welche die euch motivieren und hier und da auch mal einen Tritt in den Allerwertesten geben.
  • Legt die Sportkleidung morgens so hin, dass ihr nach Feierabend daran vorbei müsst. Ich lege die Sportkleidung aufs Bett. Da ziehe ich mich um wenn ich nach Hause komme. Am Samstag lege ich die Laufkleidung schon bereit, so muss ich die am Sonntag nicht erst suchen.
  • Legt Sporttage fest. Ich laufe Mittwochs und Sonntags. Montag und Freitag bin ich im Fitnessstudio. Trage die Sporttage in den Kalender ein, damit sie nicht vergessen werden.
  • Verzichtet zwar hier und da auf bestimmte Lebensmittel, aber gönnt euch diese ab und zu in moderaten Mengen. Ich hole mir hier und da ein Stück Kuchen oder backe selber einen.
  • Belohnt euch! Mein Belohnungskonzept ist etwas eigenwillig, aber es hat funktioniert. Bei -10 kg gab es das erste Tattoo, bei -20 kg das zweite und neulich bei -30 kg das dritte.
  • Dokumentiert euren Erfolg in Form von Fotos.
  • Geht in Geschäfte und probiert neue Kleider, Hosen und Co. an. Ist ein tolles Gefühl, wenn man auf einmal überall was findet.
  • Für jeden km den ihr lauft oder jede Stunde Krafttraining gebt einen Euro oder mehr in ein Sparschwein. Gönnt euch regelmässig etwas schönes dafür.

Es gibt sicherlich noch mehr Tipps, aber diese haben mir echt gut geholfen. Dank der OP kann ich zur Zeit nur Kleider tragen. Da habe ich in Grösse 42 auf einmal eine Auswahl 🙂

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