Mein Schweinehund und ich

“Hinfallen, aufstehen,
Krone richten,
weitergehen”

Eine kleine Geschichte am Anfang. Am 8.4. wollte ich in Freiburg den AOK Gesundheitslauf über 10 km gelaufen sein. Ich war perfekt darauf vorbereitet, bin am Ostermontag vor dem Frühstück zum ersten Mal die 10 km gelaufen. Dachte, was kann jetzt noch passieren. Freiburg kann kommen. Dachte ich. Dann am 5.4. platzte der Traum von Freiburg recht jäh. Ich hatte die Nacht seltsame Bauchschmerzen gehabt, konnte mich drehen und wenden und es wurde nicht besser. Dazu kam ein roter Ausschlag rund um den Bauchnabel. Eine allergische Reaktion, dachte ich. Der Hausarzt meinte, dass ich mich mal den Chirurgen im Unispital Basel anvertrauen sollte. Freiburg? Daran sollte ich lieber nicht mehr glauben, meinte er. Also ging es nach Basel in den Notfall vom Unispital. Dort wurde Blut entnommen, Ultraschall Bilder gemacht und noch vieles mehr. Ich hing irgendwann am Tropf und sollte so schnell nicht mehr davon loskommen. Gegen 17 Uhr stand dann fest, dass ich noch in der Nacht operiert werde. Nabelbruch. Freiburg ade. Gut ging es mir in dem Moment nicht wirklich. Ich wollte doch Laufen und nun darf ich nicht. War die Mühe der letzen Monate womöglich umsonst? Um 22 Uhr wurde ich dann in den OP gebracht. Mir wurde gesagt, dass ich mir beim Einatmen von dem Sauerstoff schöne Gedanken machen sollte. So bin ich wenigstens gedanklich jubelnd über eine Ziellinie gelaufen. An mehr kann ich mich nicht erinnern, nur, dass man mich kurz vor Mitternacht aus der Narkose geholt hat. An Schlaf war danach kaum zu denken. Zuerst eine Stunde im Aufwachraum, dann ging es zurück ins Zimmer. Da wurde regelmässig geschaut, ob alles okay ist. Um 5 Uhr kam der Chirurg, welcher mich operiert hat. Der Nabelbruch war nicht so übel, aber der Abszess direkt darunter hat ihn doch überrascht. Der wurde sauber gemacht und zugenäht. Zum Glück durfte ich nach dem Frühstück nach Hause. Am Sonntag stand ich dann auf etwas wackligen Beinen bei der Messe in Freiburg und habe mir wenigstens den Start angeschaut. An Laufen war zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken. Nun ist das schon eine Weile her und es geht ganz langsam wieder aufwärts.

Die Frage, ob die Mühe umsonst war, haben mir Ärzte und ich mir selber beantwortet. Sie war es natürlich nicht. Ich hatte vor, während und nach den OP immer einen optimalen Puls und Blutdruck gehabt. Zudem bin ich mit den 77 kg nur noch leicht übergewichtig. Das war bei der OP sicherlich auch von Vorteil. Indirekt hat dieser ganze Vorfall auch dafür gesorgt, dass ich mich wieder motivieren konnte weiterzumachen. Laut dem Arzt, der mich entlassen hat, darf ich bald wieder mit dem Laufen beginnen. Die anderen Läufe sollten kein Problem sein.

Wie habe ich aber die ganze Zeit davor meinen Schweinehund in Zaun gehalten? Eigentlich ist das nicht schwer, der Schweinehund ist eigentlich auch gerne draussen und liebt Bewegung. Hier ein paar Tipps von mir:

  • Bezieht Freunde mit ein, welche die euch motivieren und hier und da auch mal einen Tritt in den Allerwertesten geben.
  • Legt die Sportkleidung morgens so hin, dass ihr nach Feierabend daran vorbei müsst. Ich lege die Sportkleidung aufs Bett. Da ziehe ich mich um wenn ich nach Hause komme. Am Samstag lege ich die Laufkleidung schon bereit, so muss ich die am Sonntag nicht erst suchen.
  • Legt Sporttage fest. Ich laufe Mittwochs und Sonntags. Montag und Freitag bin ich im Fitnessstudio. Trage die Sporttage in den Kalender ein, damit sie nicht vergessen werden.
  • Verzichtet zwar hier und da auf bestimmte Lebensmittel, aber gönnt euch diese ab und zu in moderaten Mengen. Ich hole mir hier und da ein Stück Kuchen oder backe selber einen.
  • Belohnt euch! Mein Belohnungskonzept ist etwas eigenwillig, aber es hat funktioniert. Bei -10 kg gab es das erste Tattoo, bei -20 kg das zweite und neulich bei -30 kg das dritte.
  • Dokumentiert euren Erfolg in Form von Fotos.
  • Geht in Geschäfte und probiert neue Kleider, Hosen und Co. an. Ist ein tolles Gefühl, wenn man auf einmal überall was findet.
  • Für jeden km den ihr lauft oder jede Stunde Krafttraining gebt einen Euro oder mehr in ein Sparschwein. Gönnt euch regelmässig etwas schönes dafür.

Es gibt sicherlich noch mehr Tipps, aber diese haben mir echt gut geholfen. Dank der OP kann ich zur Zeit nur Kleider tragen. Da habe ich in Grösse 42 auf einmal eine Auswahl 🙂

Motivation

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